SV1000  
Freiheit auf zwei Rädern  
 
 
Nordsee 2004
Bilder, Kommentare und Tagebuch



Die Idee zu dieser Tour ging mir schon ein paar Monate durch den Kopf. Im Sommer 2004, genauer gesagt im Juli, war es dann soweit. Ich wollte einfach einmal ein paar Wochen allein unterwegs sein. Mußte sowieso ein paar Gedanken ordnen. Da bot sich eine Tour in den Norden ja an. Keine Alpenpässe mit Stau beim Bezahlen der Mautgebühr, keine gröhlenden Bikerhorden auf dem Campingplatz. Einsam sollte es werden.
Vorab soviel: Das ist nicht immer gelungen!

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Eigentlich sollte der Tourverlauf nicht ganz so aussehen. Aber da ich nichts gegen spontane Planänderungen bei schlechtem Wetter einzuwenden haben, ist am Ende diese Route gefahren worden. Habe den Aufenthalt in Norwegen etwas abgekürzt und den Ausflug auf die Shetlands ganz gestrichen, war dafür aber auf den Hebriden. Wo der Wind bzw. der Regen mich halt so hingetrieben hat!

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Für eine 3 Wochen-Tour bin ich mit einem Tankrucksack und einem kleinen Seesack (incl.Schlafsack) mit erstaunlich wenig Gepäck unterwegs gewesen, oder?
8.7. 10:00 Uhr
Km-Stand 21500 Von zuhause in Luxemburg über Gütersloh bis Delmenhorst. Motor läuft ruhig. Keine Probleme.

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Die neue Brücke von Dänemark nach Schweden ist ein gigantisches Bauwerk. Konnte es mir nicht verkneifen anzuhalten und zu fotografieren. Verbotenerweise!
12.7. 13:00 Uhr
Abreise in Delmenhorst nach verlängertem Wochenende mit Bekannten in Hamburg bei Km-Stand 22500. 600km windige Autobahn über Hamburg, Flensburg, Kopenhagen bis Malmö und noch 30 kms. Geile Brücken über dem Meer!

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Das Hotel in Landskrona war das erste und letzte in Skandinavien. Einzelzimmer haben hier ihren Preis. Aber es gibt genug andere Möglichkeiten zu übernachten. Campingplätze, Bed&Breakfast ähnlich wie in England, oder halt in freier Wildbahn mit dem Schlafsack.

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Die Brücke von Schweden nach Norwegen ist ziemlich überlastet. Aber zum Glück ist die Neue ein paar Kilometer weiter ja schon fast fertig.

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Eine Hütte auf einem Campingplatz schlägt mit ca. 30-40 Euro kein so großes Loch in die Reisekasse. Und man braucht kein Zelt! Bei dem Wetter ein nicht zu unterschätzender Luxus!
Dafür sind die Löcher in der Kasse nach dem Genuß von Bier um so größer. 6.-Euro für 0,5l auf dem Campingplatz ist schon heftig....

13.7.
Km-Stand 23750. Tiefster Punkt der Reise erreicht. Tunnel unter dem Oslo-Fjord.-130m. Camping am See kurz hinter Drammen. Bin glücklich!! Es gibt Momente, in denen man sterben könnte, und wüßte ganz sicher, es hat sich gelohnt!

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Hmm, was dieses Schild denn nun genau bedeutet, frag ich mich heute noch.

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Man beachte die Graslandschaft auf den Dächern. Das sieht man hier oft.

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14.7
Voll die Härte heute. N7 gesperrt wegen Steinschlag. Kürzeste Vebindung nach Gol ist ein Schotterpass im Regen. Kein Spaß in tiefem neuem Schotter mit einer Inazuma. Sie ist voll mit grauem, schmierigem Staub eingesaut. Muß Kette fetten. Aber der Rest der Tour über das Gebirge ist Spitze. Die Alpen sind auch nicht besser, nur mehr bevölkert. 1.Fähre. Km-Stand 24250 kurz vor Bergen.

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Schnee im Juli. Man muß nur ein wenig auf den Pass fahren.

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Fjord-Landschaften sind schon sehr beeindruckend. 1000m hohe Berge, direkt am Meer.

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Das Wetter war so mies, daß ich von Bergen nicht viel gesehen hab. Was der Nebel nicht verbarg, konnte ich wegen dem Wasser auf der Innenseite des Visiers nicht sehen. Meine letzten Kronen hab ich in heiße Schokolade verwandelt.
Hier ein Blick aus einem Straßencafe. Dafür gab es mal wieder bekannte Sprachklänge in meinen Ohren. Ein französisches Kreuzfahrtschiff lag im Hafen und die Stadt war voll von den "Kreuzfahrern".

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15.7.
Bergen im Regen. Nicht sehr prickelnd. Wetterbesserung nicht in Sicht. Entscheide sofort die Fähre nach NewCastle zu nehmen. Ziemlich großer Pott, die Jupiter. Zwischenstop in Stavanger. Hätt nie gedacht, daß es so viele häßliche und dicke Frauen gibt. :-)

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Mehr als diese Sessel sind für gut 200,-Euro nicht drin auf der überfahrt nach England. Schlafen war eher unbequem.

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16.7.
NewCastle empfängt mich ganz untypisch mit gutem Wetter, aber einer unfreundlichen Tankstellen-Angestellten. übernachtung in Lauder. Endlich mal wieder baden.

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Die Grenze zwischen England und Schottland. Als Deutscher ist man in Schottland gern gesehen. Schließlich gehört man zu dem Volk, das den verhassten Engländern in Worldwar II mal so richtig eingeschenkt hat. Ein zweifelhafter Ruhm, und ich bin ganz froh ein gelbes Nummernschild zu haben.

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Hat hier schon merkwürdige Bäume in den Schloßparks!

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Das lila Zeug heißt "Heather", Heidekraut, und wächst hier überall. Wenn man was Originelles mitbringen will, sollte man nach Schmuck suchen, der aus dem unter Hochdruck gepressten Holz hergestellt ist.

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17.7.
Fahre Richtung Norden an Edinburgh vorbei. Unglaublicher Vorfall bei Braemar: Treffe Claude aus Tuntange. Die Welt ist klein. Komme wieder Erwarten tatsächlich noch bis zur Nordküste. Die Straßen sind einspurig und rutschig. Die Landschaft von einer traumhaft herben Großartigkeit! B&B in Tongue. Touristen überall.


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Auf der Karte sah "Crask" irgendwie größer aus!

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Die dürfen natürlich nicht fehlen! Viecher gibt es hier genug. Hab tatsächlich beim Versuch einem Schaf auszuweichen, beinahe einen Hasen überfahren. :-)

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Die GSX ist für diese Art Straßen nicht wirklich ungeeignet. Aber mit ner Enduro wäre es vielleicht hier doch angenehmer.

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Sieht nur so aus, als könnte man hier schön baden. Vielleicht mit Neopren!?

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Wohnte hier Connor McLoud?

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18.7.
übernachtung in Ullapool. Warten auf die nächste Fähre nach Lewis. Superabendessen und gutes Bier. Zum Abschluß MaltWhisky. Etwas zuviel Alkohol heute.

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19.7.
Halsschmerzen sind etwas besser. Liegst am Whisky? :-) Fähre nach Lewis ist ziemlich voll. Treffe einen schottischen Harleyfahrer, Jock, werde bei ihm übernachten. Steine von Calanish sind nicht so beeindruckend, wie angenommen. Ist aber schon merkwürdig mit so alten Dingen.

Der nordwestlichste Punkt meiner Reise sollten die Äußeren Hebriden werden. Hier oben ist England schon ziemlich weit weg. Die Schilder sind zweisprachig. Die Landschaft mehr als herb. Permanent bläst der Wind. Es wird im Winter nicht sehr kalt, aber im Sommer auch nicht richtig warm. Eigentlich sind Harris und Lewis ja eine Insel. Aber es gab früher keine Verbindung zwischen den beiden Teilen über das Gebirge.

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Der Sage nach soll die Insel Lewis irgendwann untergehen. Es soll tatsächlich Einheimische geben, die es vermeiden mit der Fähre "Isle of Lewis" zu fahren, aus Angst die Prophezeihung könnte sich ganz anders erfüllen als ursprünglich erwartet.

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Jock vor seinem Haus bei Stornoway.

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Die Steine von Callanish sind zwar nicht so groß wie die von Stonehenge, aber wesentlich älter. Zum Größenvergleich hab ich für das Foto die Helme ins Gras gelegt.

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Wie bei all den vorzeitlichen Relikten, wissen die Forscher ja ganz genau, für was das alles eigentlich gut war. Tempel, Grabmal, Sternwarte etc. Jock hatte da eine ganz eigene Deutung. Und er sollte es wissen, er wohnt da ja schließlich: Das ganze war früher eine Kneipe mit Gartenlokal! Dem konnte ich nur zustimmen. Passt auch viel besser zu der Gegend. Tempel, Sternwarte! Blödsinn!

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20.7.
Jock bringt mich nach Tarbert zur Fähre. 140 Sachen auf einspuriger Straße zwischen pennenden Schafen durch, ist genau das Richtige zum Wachwerden. Und wieder auf dem Meer. Skye empfängt mich mit Regen. Und der begleitet mich den ganzen Tag. Irgendwann findet das Wasser einen Weg ins Innere der Kombi. I love it! Anders als erwartet läßt sich Nessi am Loch Ness nicht blicken. Infolge diverser Tropfen auf meinem Visier verpasse ich einen Abweig. Kleiner Umweg im Regen durchs Gebirge. Der eigentliche Grund ist das nette Hotel, daß ich dadurch finde. Nichst geschieht ohne Grund! Axo: Km-Stand 2554.

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Es gibt auch sehr romatische Orte in den Highlands.

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Der Wisky in den Fässern ist gut bewacht. Ich hatte jedenfalls keine Lust auf eine unerlaubte Verkostung.

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Der Besichtigung dieses alten Gemäuers hab ich dann mal etwas mehr Zeit geopfert. Das muß einmal ein mächtiges Kloster gewesen sein. Die Ruinen sind noch beeindruckend.

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21.7.
Erreiche die Fähre nach Larne in Nord-Irland exakt zur richtigen Zeit. Wetter sieht nicht schlecht aus. Keine Kombi nötig. Giants Causeway ist Touri-verseucht und nicht ganz so spektakulär wie erwartet. Lerneffekt: Noch weniger erwarten! :-) Verfahre mich wieder mal am Abend. 40 km Umweg über kleine Straßen. Trotzdem nettes Hotel in Finntown gefunden.

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"Giants causeway", der Riesendeich. Der Sage nach soll es hier mal mehrere wilde Riesen gegeben haben. Ob die aber solche Baukunstwerke beherrschten ist nicht wirklich belegt.

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Die gällischen Dialekte in Schottland und Irland haben nicht viel gemein. Eine nette Wirtin hat versucht mir ein wenig beizubringen. Ziemlich aussichtsloses Unterfangen.

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22.7.
Scheißstraßen in Irland. Stoßdämpferteststrecken ohne Ende! Geht mir langsam auf den Sack. Hab ich etwa ne Enduro? Cliffs of Moher: Very impressiv! Der Rest des Tages so lala. Statt Kombi heute mal Regenpausen. Wird aber wärmer langsam. Muß unbedingt Kette spannen. Morgen nach Frühstück mal zur Werkstatt hier in Lisdoonvarna, dem TouriKaff.


Jaja! In den Touristen-Dörfern ist es wahrscheinlich überall auf der Welt ähnlich. Immerhin komme ich hier im Hotel zu einem Konzert mit einheimischen Musikern. Harfe inclusive!

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Es gibt wirklich Palmen in Irland!

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Die Iren sind ein sehr katholisches Volk. Aber eine Kirche kann, wenn sie denn also solche nicht mehr gebraucht wird, prima als Restaurant und Kneipe dienen!

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23.7.
Ballycotton. Das ist mir sauber gelungen. Sieht hier ja ganz niedlich aus. Aber nix zu essen außer Burgern und dazu nur 7Up. Die Straßen sind echt der Hit. Wundersamerweise noch keinen Stoßdämpferbruch gehabt. Hoffe ich bekomm nachher noch ein Bier am Hafen. Der Rest des Tages? Fahren ohne Ende,nette grüne Landschaft, blaues Meer.


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Die alten Schilder mit den Meilenangaben waren irgendwie hübscher. Früher war halt alles besser!

24.7.
Heute mal Härtetrip. Fähre in Rosslare defekt. Fahre nach Dublin weiter. Erwische noch die Fähre nach Wales. Komme um 18:30 in Holyhead an. 5 Std. sind auch bei Fullspeed zu wenig für Diagonal durch England. Fähre in Harwich knapp verpasst. übernachtung in TruckerAufenthaltsraum im CargoHafen von Harwich. Letzte Zigarre, letzter Whisky. Hat was, oder? 900 km und jetzt im Leder pennen. Es läuft ein Film mit Clint Eastwood. I love it! Ach ja, km-Stand 27900!


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Man kann sich auch auf der Fähre mit dem Motorradfahren beschäftigen und dabei gemütlich ein Bier trinken.

25.7.
Fähre nach Hoek van Holland ist eine der ganz schnellen. 80 km/h über das Meer. Holland begrüßt mich mit Regen. Wie soll es auch anders sein. :-(
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26.-28.7.
Relaxen ohne große Tour. Sonne an der Nordsee.
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29.7.
Der Rest des Reifens muß auch noch runter. Vollgas wo es möglich ist. Superwetter, jetzt wo es nach hause geht. 0,3 L Öl aufgefüllt. Km-Endstand 28850.


.... und wieder zuhause nach 7000 Kilometern Straße und einigen Seemeilen.