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Ostsee 2011 über Polen und das Baltikum nach Skandinavien Bilder, Kommentare und Tagebuch
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Die erste Idee war ja in diesem Sommer zum Nordkap zu fahren. Aber nach diversen Gesprächen mit Leuten, die schon dort waren, dachte ich mir, es wäre sinnvoller nicht ganz so weit nach Norden zu fahren, dafür aber weiter nach Osten.
Das war eine gute Idee, zu der ich mich sehr beglückwünschte, weil in Norwegen doch recht viel Regen fiel.
Das war dann auch der Grund dafür, daß am Ende der Tour noch etwas Urlaub übrig blieb. Den konnte ich für einen Abstecher in den Harz und weiter gen Süden in die Vogesen nutzen. So kam ich noch zu ein paar richtig guten Kurvenstrecken.
24.6.
Abfahrt bei bedecktem Himmel. Schon nach 50km muss die Kombi ausgepackt werden. Und die bleibt dann auch an.
Auf der A1 ist bei Hagen ein Pferdeanhänger mit Inhalt gestürzt. Der arme Gaul ist nur leicht verletzt, weigert sich aber in einen anderen Anhänger einzusteigen. 30 min. Zwangspause...
Abends Grillen bei Freunden in der Nähe von Hamburg.
25.6.
Spät losfahren. Nur ein paar Kilometer bis zur Ostsee geschafft.
Nettes Hotel vor Rügen.
26.6.
Ostseeküste inklusive Rügen abgefahren. Hätte nicht gedacht, daß es hier soviel Wald gibt.
übernachtung kurz vor Polen auf Usedom.
27.6.
Erst mal trotz Navi verfahren. Das Mistding fällt dauernd aus. Kontaktprobleme seit der Regenfahrt. Stettin City spar ich mir mal. Fahre auf guter Europastraße Richtung Danzig.
Im Hintergrund sieht man die funkelnagelneuen Grenzgebäude. In der Grenze stehe ich 2 Stunden blöd rum, bis man mir bedeutet, daß da in Sachen Transit leider nix zu machen wäre. Naja, wurde ja noch ganz spannend, weil irgendwann eine Sirene losging und man die Tore schloß. Da kam richtig DDR-Feeling auf.
28.6.
Polens Norden ist landschaftlich eher eintönig. Meist Pott-eben und ein Wechsel aus Wald und Feld.
Mein Navi meint Richtung Tallin gehts durch russisches Gebiet. Die Grenzer sehen das mangels Visum ganz anders. Ich nehme einen kleineren Umweg von 300 km in Kauf.
Zurück nach Elblag und weiter auf der 6 bis Ostrada. Hier wird Autobahn gebaut. überhaupt wird hier gebaut ohne Ende. Abbiegen auf die 16. Endlich mal wieder Kurven!
Störche gibt es hier ohne Ende.
Ist halt nur etwas flach die Gegend...
...aber durchaus reizvoll.
Nur Kurven hat es verdammt wenig.
29.6.
Das Hotel war nicht billig, aber gut. Es geht weiter bis Augustow, dann nach Richtung Kanaus in Litauen. Masuren ist mal richtig schön. Viele Störche mit ihren Nestern auf den Strommasten.
Litauen wieder Felder, Wiesen, Wälder ohne Ende.
Vorbei an Kaunas Richtung Norden. Finde billiges Hotel kurz vor Riga in Lettland. Großer Waschtag wegen Glasbruch im Gepäck....
Achja! Für alle, die hier auch mal her wollen: Die fahren hier wie die Henker. Auf den gut ausgebauten zweispurigen Fernstraßen kommen einem gern auch mal zwei LKW nebeneinander entgegen. Also immer aufmerksam und vorausschauend fahren!
Lustig hier. Die alte Grenze zeigt sich etwas runtergekommen...
...und das erste was man in Estland sieht ist eine Werbung für Bier.
erst dann weiß man, wo man ist.
Immer wieder nette Campingplätze am Wegesrand.
Ach ja. Wer keinen Schotter mag, sollte es tunlicht vermeiden beim Navi auf den Button "Alternative Route" zu drücken. Abseits der VIA BALTICA sieht das mit Teer eher schlecht aus.
Tallinn vom Hafen aus betrachtet. Eine Stadt halt....
30.6.
Boah ist das heiß heute. 36 Grad auf der Straße und links und rechts nichts als Wald. Sitze in Tallin im Hafen und warte auf Boarding. Man hat zumindest versprochen mich mitzunehmen......
Helsinki macht einen guten Eindruck. Aber ich will ja keine Städtereise machen. Also raus Richtung Turku. Ich komme nur nicht weit. Nach dem nächsten Tankstop streikt die SV. Batterie oder Anlasser. Die Sonne geht grad unter. An einem Gefälle bekomm ich den Motor wieder an und finde einen Campingplatz.
Die Stechmücken freuen sich.
Im Gewitter nachts stelle ich fest, daß der Stellplatz suboptimal gewählt war. Ich sitze in einer Pfütze.
Die wollten mich nicht mitnehmen. Aber es gibt ja noch eine andere Fähre als die von Viking Lines.
Da läuft die SV schon wieder. Mit neuer Batterie und als Wäscheständer geeignet.
1.7.
Die Camper sind sehr hilfsbereit. Starthilfe bringt die Mühle zum laufen und eine Werkstatt gibt es auch. 2 Batterien und 4 Stunden später kann ich mir endlich mal die Gegend ansehen.
Erinnert alles sehr an Ontario. Nur zuviele "Ä" in den Ortsnamen.
Man glaubt es nicht! Eine Sauna in Finnland. Aber außer Betrieb zur Zeit...
Bis 22:00 Uhr ist es hier sehr angenehm zu sitzen. Dann sollte man im Bett liegen oder so betrunken sein, daß man die Mosquitos nicht mehr spürt...
Wasser, Wasser, Wasser...
2.7.
Kerzengerade Straße nach Vaasa. Irgendwie ermüdend auf Dauer. Die SV läuft aber wieder völlig normal. Es ist schwül und heiß. Eine riesige Gewitterwolke baut sich auf. Muß doch tatsächlich die Kombi rausholen. Der Hafen in Vaasa ist geschlossen. Nächste Abfahrt morgen 8:00. Also Hotel suchen... Das Fenno ist ganz in der Nähe und mit 79,- Euro noch erschwinglich.
Die ersten Vorboten des Wetterumschwungs. Da kam manchmal richtig was runter...
Die sieht noch recht harmlos aus. Zwei Stunden später hatte das eher was von der Stimmung auf dem Cover von "Five Miles out".
Erinnert...
...wirklich sehr an Kanada.
Wenn da die Ortsnamen nicht wären.
Kerzengerade Kilomter um Kilometer. Ein Wunder, daß die Reifen nicht völlig eckig wurden.
3.7.
5:30 Aufstehen. Das Schiff ist schon 7:30 auf See. Fahrplanmäßig ist das zwar nicht, aber mir nur recht.
So kann man sich irren... Finnland hat eine Stunde Zeitverschiebung. Wie ich grad erfahre. Das Schiff war also pünktlich, nur ich nicht.
Die Ankunft in Schweden verzögert sich wegen Sturm und ich werde seekrank...
Aber dann wird es richtig gut. Superwetter, gute Straßen, Top Landschaft. In Sundsvall biege ich Richtung Trondheim ab und bleibe auf einem netten Campingplatz ein paar Kilometer von der Hauptstraße.
Es war noch Platz an Board.
Und ich war froh, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte.
Ein ruhiges Plätzchen und ein netter Campingwart, mit dem ich ein bißchen plaudern konnte.
Der See darf natürlich nicht fehlen.
Es gab sogar so eine Art Strandbad.
Klein aber mein. Für vier Personen geeignet und dann auch nicht teuer. Allein sind 50,- € natürlich nicht spottbillig.
Merkwürdige Kirchen hat es hier.
Und warum der Jet so am Straßenrand steht, war mir mangels Sprachkenntnis auch nicht so ganz klar. Ich glaub da gab es ein Technikmuseum.
Noch so eine Kirche...
4.7.
Im Fjäll wird das Wetter wie befürchtet schlechter. Trotzdem gibt es nach der Grenze in Norwegen mal wieder richtig Kurven und die Landschaft ist wunderschön.
Trondheim bei Regen im Stau. Irgendwie mag ich Städte nicht sehen. Also wieder auf die Piste Richtung Lillehammer. Der Regen lässt mich bald eine Unterkunft suchen. Diesmal eine Luxus-Hütte mit Dusche auf Campingplatz für 600 Kronen.
Herb und schön.
Nur die Stechmücken sind eine echte Plage.
Eine echte Luxushütte mit Dusche und Zimmerservice. Im Ernst, die Pizza wurde gebracht!
5.7.
Der Regen treibt mich zurück Richtung Schweden. Ich nehme mal kleinere Straßen durchs Fjäll. Das Navi findet direkt alle Schotterpisten als schnellste Verbindung. Wie schon mehrfach festgestellt, ist die SV1000 durchaus Schotter-tauglich. Aber Spaß macht das auf Dauer nicht wirklich.
Trotz des miesen Wetters ist die Landschaft beeindruckend.
Nach der Grenze vor Sysslebäck wird die Straße holprig.
Fahre noch ein gutes Stück Richtung Göteborg. So richtig Restaurant und Hotel hat es hier echt wenig. Also wieder Campingplatz und Hamburger...
Ach ja: Heute die 5000 km überschritten.
Von diesen netten bewachsenen Hütten gab es jede Menge. Meist war das Wetter aber für ein Foto zu mies.
Zurück im Fjäll...
Faszinierende Landschaften
und meist gute Straßen.
Und wieder Wasser...
...Wasser...
... und Schotterpisten.
Wie schon erwähnt hat es hier viel Wasser.
Aber auch immer wieder Cafes am Wegesrand mit exzellenten Blueberry-Muffins.
Die Brücke von Malmö nach Kopenhagen. Sehr beeindruckend!
6.7.
Vor Göteborg wird es immer uninteressanter und voller. Natur pur war dann wohl...
Also Hahn auf und Kilometer machen. Das Navi meint die schnellste Strecke geht über die Brücke von Malmö nach Kopenhagen und zur Fähre nach Puttgarden. Ich fahre hinter zwei Bandidos auf funkelnagelneuen Harleys. Die beiden wollen, wie sich später herausstellt, auch zur Fähre. Ein Schnitt von 140 ist nicht übel für dänische Autobahn.
Auf Fehmarn braut sich ein Unwetter zusammen. Ich finde kurz vor dem Wolkenbruch ein Hotel. Ich vermute die Bandidos und der Serbe mit der Kawa, den ich auf dem Schiff kennenlernte, sind ziemlich nass geworden.
7.7.
Starten bei blauem Himmel Richtung Harz. Erst mal die Kanten aus den Reifen fahren. Staus auf der A7 ohne Ende. Blechdosen-Slalom über viele Kilometer. Deutschland pur...
Aber die Kurven im Harz entschädigen.
übernachtung in der Villa Löwenherz.
Netter Abend mit einem Pärchen aus Norwegen, wobei Sie eigentlich aus Ostdeutschland kam.
8.7.
Drifte langsam durch die Mittelgebirge nach Süden. Fähre bei St.Goar über den Rhein. Heimatluft sozusagen...
9.7.
Kurven ohne Ende im Pfälzer Wald. Hier bleib ich! übernachte in Fischbach im Hotel TausendSchön. Nur das Wetter will nicht so richtig. Ab Nachmittag Regen.
10.7.
Kleiner Ausflug nach Dabo in den Nord-Vogesen. Und dann 2 Stunden am Johanniskreuz auf das Ende des Regens gewartet. Vergeblich.
Beim Abbiegen von der B10 auf die B48 muß ich bei den Freunden und Helfern 20€ Eintritt zu zahlen. überfahren einer Sperrfläche. Da war halt ein PKW im Weg...
Nach insgesamt gut 8000 km auf dem Tacho komme ich wieder in Luxembourg an. Wie immer ist es anders gelaufen als geplant, aber dafür macht man das ja. Nach Plan wäre langweilig....
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